Gemeinderatswahl 2010 in Purkersdorf: Die Mandatsstände sind gleich geblieben.
Liste Baum & Grüne sind nun besser für die Zeit nach dem Ortskaisertum aufgestellt.
Die Stimmanteile haben sich trotz wesentlich mehr Wahlberechtigter nur geringfügig verändert. Die Liste Baum & Grüne haben um 117 Stimmen und 0,31 %-Punkte mehr als bei der letzten Wahl. Das bedeutet – wieder – vier Mandate im Gemeinderat und ein Mandat im Stadtrat.
Bemerkenswert am Wahlergebnis ist, dass der FPÖ genau eine Stimme zum Einzug in den Gemeinderat fehlte. Bei einer Stimme mehr für die FPÖ, hätte die Bürgermeisterpartei ein Mandat und damit die Zwei-Drittel-Mehrheit verloren.
Faktum ist, dass die Liste Baum (& Grüne) seit 1990 gegenüber Schlögl als direktem Konkurrenten noch nie ein besseres Ergebnis hatte. Nur bei der Wahl im Jahr 2000, als Frau Eripek amtierende Bürgermeisterin war, gab es ein besseres Ergebnis. Auch der Vergleich zu anderen Parteien muss nicht gescheut werden. Während sich Liste Baum & Grüne seit 1990 deutlich aufwärts entwickeln, hält die VP bei einem Drittel der früheren Größe und verbrauchte dabei nicht weniger als acht Parteivorsitzende. Es ist offenbar nicht leicht gegen einen Populisten, der an den Schalthebeln den Gemeindeapparat für sich einsetzen kann, zu bestehen.
Im Einzelnen wird es sicher Überlegungen geben, manches noch besser zu machen, wenngleich dies an den Gesamtumständen nichts Fundamentales ändert.
Dass das Wahlergebnis keine größeren Änderungen brachte, führte außerhalb der Bürgermeisterpartei vorübergehend zu Enttäuschungen, da mit großem persönlichem Aufwand Alternativen angeboten worden sind.
Im Gegensatz zum frühen und mittleren Dorfkaisertum gibt es kaum mehr die Bereitschaft Notwendiges, grundlegend Neues zu verwirklichen (Der Ausspruch „I mecht a Ruah“ charakterisiert dies passend). Der zunehmende Filz mit einigen Abcashern, das imperiale Gehabe und die „Brot und Spiele“-Regel feiert fröhliche Urstände.
Die wirtschaftliche Basis der Schlögl-Politik - die Schweizer Franken-Kredite - verteuern sich über den Franken-Kurs derzeit täglich um einige 1.000 Euro. Dieses Konstrukt ist ebenso fragil wie sein ganzes Polit-System. Damit ist absehbar, dass nach einem Abtritt des „Dorfkaisers“ dieses schnell der Vergangenheit angehören wird. Und auch die vielen, die einen Ortskaiser wollen, weil ihnen der Eindruck vermittelt wurde, dass nicht Gemeindemittel, sondern der Kaiser selbst für Maßnahmen in ihrem Sinn wichtig sei, werden sich schnell neu orientieren, wie sie es getan haben, als Ende der 80er Jahre in Purkersdorf das schwarze Ortskaisertum beendet worden ist.
Für diese Nach-Kaiserzeit ist Liste Baum & Grüne durch diese Wahl nun besser „aufgestellt“:
· Neue Personen sind bekannt geworden und AktivistInnen dazugekommen.
· Jugendliche wurden in bisher nicht gekanntem Umfang in unserem Rahmen aktiv.
· Werbemäßig wurden viele wichtige Themen aufbereitet, die zwar nicht wahlentscheidend waren, aber nun präsenter sind.
· Wir haben durch den Betrieb des „Salettls“ – vor allem dank Sabine Aichers – den Nachweis erbracht, dass jenseits von massiv mit Gemeindegeldern gestützten Megaevents, auch ein vielfältiger Kleinkulturbetrieb möglich ist.
· Auch die Vortragsveranstaltungen waren ein Beitrag zur Diskussion aktueller und zentraler Themen.
· Nicht zuletzt haben wir trotz wirksamen Wahlkampfes erstmals nach Wahlen keine Schulden, sondern ansehnliche Rücklagen für weitere Aktivitäten.
Allen WählerInnen sei herzlich gedankt und auch allen AktivistInnen - Sabine voran. Mit grossem persönlichem Einsatz haben sie den Grundstein für eine positive Entwicklung in der Zukunft gelegt!



